Solar-Carports auf Erdschrauben — Fundamentierung auf Parkplätzen ohne Abrissarbeiten

Ein Solar-Carport ist eine Überdachung von Parkplätzen mit Photovoltaikmodulen, deren Tragkonstruktion auf einer befestigten Fläche – Asphalt, Pflaster oder Garagenbeton – verankert wird. Erdschrauben ermöglichen die Installation des Fundaments direkt durch die Asphaltschicht in den Untergrund innerhalb einer Nacht, ohne Aufbrechen der Fläche und ohne mehrtägige Sperrung des Parkplatzes.

Besonderheiten beim Aufstellen von Carports

Carport-Projekte unterscheiden sich von Freiflächenanlagen (PV, Holzbau) in mehreren entscheidenden Punkten, die sowohl die Maschinenwahl als auch die Arbeitsweise beeinflussen.

Arbeiten auf befestigter Fläche. Die Schraube muss die Asphalt- oder Betondecke durchbohren und in den darunter liegenden Schichten und dem Erdreich verankert werden. Dies erfordert ein höheres Drehmoment als das Eindrehen in loses Erdreich und oft ein DTH-Vorbohren durch die härteste Schicht.

Begrenzter Raum. Parkplätze und Fahrgassen zwischen den Reihen sind eng — die Maschine muss zwischen Säulen, Bordsteinen und vorhandenem Mobiliar hindurchfahren. Die Maschinenbreite ist daher ein entscheidendes Auswahlkriterium.

Termindruck. Parkplätze von Hotels, Supermärkten oder Bürokomplexen können nicht wochenlang gesperrt werden. Die Umsetzung erfolgt typischerweise in Abschnitten oder nachts, damit das Parken am Morgen wieder uneingeschränkt möglich ist.

Lärm und Verkehr in der Nähe von Fahrzeugen. Die Installation erfolgt in unmittelbarer Nähe von parkenden (oder auch vorbeifahrenden) Fahrzeugen – dies erfordert eine temporäre Beschilderung, die Räumung des Bereichs und die Abstimmung mit dem Betreiber des Parkplatzes.

Höhere Windbelastung der Konstruktion. Ein Carport ist eine erhöhte Konstruktion mit einer großen Windangriffsfläche (im Gegensatz zu einem niedrigen PV-Gestell am Boden) – das Fundament muss höhere Auftriebs- und Horizontallasten berücksichtigen.

Warum Erdschrauben für Solarterrpots

Kein Abriss, kein Abtransport von Bauschutt. Die Einschraubmaschine bohrt Asphalt oder Pflaster an der Stelle der Schraube durch – es entsteht kein Bedarf für einen großen Aushub oder die anschließende Sanierung einer großen Oberflächenfläche.

Installation über Nacht. Ein Erdschraubfundament ist sofort nach dem Eindrehen belastbar. Ein Parkplatzsektor kann abends gesperrt und morgens wieder geöffnet werden — bei einem Betonfundament wäre derselbe Bereich wegen des Aushärtens wochenlang außer Betrieb.

Genaue Tragfähigkeitsdokumentation. Die Telematikeinheit erfasst den Moment und die Tiefe jeder Schraube – eine Grundlage für den Statiker sowie für den Betreiber des Parkplatzes, der für die Sicherheit der Konstruktion über den Fahrzeugen verantwortlich ist.

Reversibilität. Bei gemieteten Parkflächen (Fachmarktzentren, Hotelareale) kann das Carport nach Vertragsende ohne bleibenden Eingriff in den Bodenbelag entfernt werden.

Empfohlene Maschine für Solarterrassendächer

Für Carport-Projekte empfehlen wir je nach Oberflächenbeschaffenheit und Projektumfang zwei Modelle:

Glentor B80 – die erste Wahl für gewerbliche Carports auf Asphalt. Mit einem Drehmoment von 8.000 Nm bewältigt er das Durchbohren der Asphaltschicht und der verdichteten Tragschicht, und dank der Fernbedienung ist ein Arbeiten in unmittelbarer Nähe von Fahrzeugen möglich, ohne dass ein Bediener auf der Maschine erforderlich ist.

Glentor A70 — geeignet für kleinere Projekte (Gastronomie, Glamping, einzelne Unterstände), bei denen ein geringeres Drehmoment ausreicht und ein geringes Gewicht (1.700 kg) sowie kompakte Abmessungen für die Einfahrt in enge Gelände von entscheidender Bedeutung sind.

Glentor C65 — Zusatzoption für Betonböden von Parkhäusern, wo die Kombination aus Bohren und Hydraulikhammer MTB36 (900 J) eine härtere Betondecke bewältigt, die der B80 ohne Vorbohren nicht überwinden würde.

Installationsanleitung für ein Carport — Schritt für Schritt

  1. Projektvorbereitung. Der Statiker entwirft die Anordnung der Schrauben entsprechend der Tragkonstruktion des Carports und ergänzt eine Untersuchung des Straßenaufbaus (Asphaltstärke, Basisschichten) an den Stellen der zukünftigen Punkte.
  2. Absteckung und Abstimmung mit dem Parkplatzbetrieb. Der Geodät markiert die Positionen der Schrauben, der Betreiber sorgt für die temporäre Markierung und Räumung des Sektors — die Arbeiten werden in der Regel für die Nachtstunden oder außerhalb der Öffnungszeiten geplant.
  3. Durchbohren der verfestigten Schicht. Die Maschine bohrt an der Stelle jedes Punktes eine Asphalt- oder Betondecke auf, bei härterem Untergrund unter Einsatz einer DTH-Vorbohrung.
  4. Einschrauben einer Schraube mit telemetrischer Aufzeichnung. Die Schraube wird bis zur vorgeschriebenen Tiefe in die Untergründe und das Erdreich eingedreht, wobei Drehmoment und Tiefe für jeden Punkt aufgezeichnet werden.
  5. Oberflächenbearbeitung um die Schraube und Übergabe für die Montage der Konstruktion. Anstelle des Einbohrens wird nachgearbeitet (Vergussmörtel um die Schraube herum oder ggf. lokale Asphaltreparatur), der Sektor kann am Morgen wieder für den Verkehr freigegeben werden — die Montage der tragenden Stahlkonstruktion und der Paneele erfolgt anschließend ohne Beeinträchtigung des Betriebs auf dem restlichen Parkplatz.

Vergleich von Glentor-Modellen für Carport-Projekte

KriteriumA70B80C65
Drehmoment7.000 Nm8.000 Nm6.500 Nm
Masse1.700 kg2.480 kg3.050 kg - 3.250 kg
Hydraulikhammer❌ Nein❌ Nein✅ 900 J
BedienungFern-
Geeignet fürKleinere Unterstände, HospitalityKommerzieller Parkplatz, AsphaltGaragenbetonböden

B80 ist die beste Wahl, wenn:

  • Das Projekt ist ein kommerzieller Carport auf Asphalt oder einer verdichteten Fläche (Hotel, Supermarkt, Bürokomplex).
  • Für das Durchbohren der verfestigten Schicht ist ein höheres Drehmoment erforderlich.
  • Für Arbeiten in der Nähe von Fahrzeugen ist eine Fernbedienung erforderlich.

Fallstudie: Carport am Hotelresort

Der Betreiber eines Hotelresorts plante, einen Teil des Parkplatzes (etwa 250 Stellplätze) mit Solarmöbeln zu überdachen, ohne den Parkplatz für längere Zeit sperren zu müssen — die Gäste benötigten einen ununterbrochenen Zugang zu ihren Fahrzeugen.

Das Realisierungsteam unterteilte die Fläche in Sektoren mit jeweils ca. 30–40 Stellplätzen. Jeder Sektor wurde nachts abgesperrt, die Maschine B80 bohrte durch den Asphaltbelag und drehte die Schraubfundamente gemäß Projekt ein, am Morgen wurde der Sektor wieder für den Verkehr freigegeben. Die telemetrische Aufzeichnung jedes Schraubfundaments diente als Grundlage für den Statiker sowie für die Versicherung der Konstruktion über den Parkplätzen.

Das gesamte Fundament für 250 Stellplätze war innerhalb von Wochen fertig, ohne dass der Parkplatz auch nur einen einzigen Tag komplett gesperrt war – gearbeitet wurde ausschließlich in Sektoren während der Nachtstunden.

TCO: Carport ohne Schrauben vs. mit Schrauben

KriteriumBetonfundamentErdankerschrauben
Umfang des Eingriffs in die OberflächeAushub und Betonierung der gesamten FundamentflächeBohrung an einem Einzelpunkt
Schließungszeit des ParkplatzesWochen (inkl. Aushärtung des Betons)Nächte nach Sektoren
Schuttbeseitigung und OberflächensanierungUmfangreicheMinimal (Lokaldüngung)
WetterabhängigkeitHochNiedrige
Rückgängigmachung nach MietendeEingeschränktHoch

Häufig gestellte Fragen

Wo fortfahren

Technische und normative Anforderungen an Gründungen durch Asphalt und Pflaster: Gründung auf befestigten Flächen

Carporte ergänzen häufig größere PV-Projekte: Solarparks auf Erdschrauben